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Trivia im Tatort: Münster

Teil 3 von (nun) 3. Zu: Zitate aus Literaturklassikern (Teil 1) | Klassische Musik (Teil 2)
Dies ist (bzw. wird) eine Trivia-Liste mit nichtliterarischen intertextuellen Verweisen und Zitaten mit unklaren Belegstellen. Ursprünglich nicht geplant, ist die Idee dazu aus cricri_72s Kommentar zu meiner Zitate-Sammlung (Teil 1) hervorgegangen.
Wenn ihr weitere Trivia ausfindig gemacht habt: immer her damit! :)

Eine Liste mit (weiteren) „Details für Freaks“ gibt es auf der Seite von baggeli: http://baggeli.livejournal.com/70151.html


Folgenübergreifend

Thiels Klingelton ist die Melodie von „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“, einem Lied, das von Ralph Arthur Roberts Anfang der 1920er Jahre für das Theaterstück „Bunt ist die Welt“ geschrieben wurde. Bekannt wurde es vor allem durch den gleichnamigen Film (1954) mit Hans Albers in der Hauptrolle, der das Lied darin auch singt. Es gibt jedoch noch zwei weitere Verfilmungen von 1929 und 1969.

Gleiche Familiennamen:

  • Monika Hanke-Helmhövel (Mörderspiele) und Dr. Karla Hanke (Eine Leiche zuviel)

  • André Pütz (Wolfsstunde) und Familie Pütz (Spargelzeit)

  • Christiane Stagge (Gehilfin der Tierärztin) im Frauenflüsterer und Christiane Stagge (Roman Königs „Stalkerin“) in Summ summ summ

Dank an Farfie (farfarello88) und baggeli.


1. Der dunkle Fleck

„Lasst uns realistisch sein, lasst uns das Unmögliche denken.“
- Ernesto „Che“ Guevara

„Uns bleibt, was gut war und klar war
dass man bei dir immer durchsah
und Liebe und Hass
doch nie Furcht sah
el Comandante Che Guevara...“
-  „Comandante Che Guevara“ vom Album „Es gibt ein Leben vor dem Tod“ (1975)
(Carlos Puebla, deutsche Nachdichtung: Wolf Biermann)


Dank an supersonic_soul


3. Dreimal schwarzer Kater

Werbung(sparodie) für die Drogeriemarktkette „Müller“ (gleichzeitig der Name eines Tatverdächtigen in der Folge):
Boerne: „Alles Müller oder...“
Thiel (verdattert): „Was?“


4. Sag nichts

Boerne: „Honi soit qui mal y pense.“
Etwa: „Ein Schuft, wer Böses dabei denkt“.
Motto des englischen Hosenbandordens. Als Urheber gilt der Gründer des Ordens, König Edward III. von England (1312–1377). Der Legende nach soll Edward bei einem Ball seiner Geliebten, der Countess of Salisbury, mit diesen Worten zum Gaudium der Anwesenden ein beim Tanz verlorenes Strumpfband zurückgegeben haben. Wahrscheinlicher ist, dass der Ausspruch Edwards Anspruch auf den französischen Thron unterstreichen sollte, was wohl der Hauptgrund war, den Orden zu stiften. Dies deuten insbesondere die Farben des Ordensbandes (Blau und Gold) an.
Dank für diese Informationen an
athos1234.

Boerne (zur Psychiaterin der Zeugin): „Mea culpa, mea maxima culpa.“
Die Worte stammen aus dem Schuldbekenntnis Confiteor (Ich bekenne…), das seit dem 11. Jahrhundert in der katholischen Kirche gesprochen wird.
Und nochmals herzlichen Dank an athos1234.


5. Mörderspiele

Der „Wer wird Millionär“-Moment:
Anwalt Hans Wellershoff: „Und euer Russe, der seine tote Frau wiedererkannt hat?“
Thiel: „Es gibt keinen Russen, der seine tote Frau wiedererkannt hat.“
Wellershoff: „Naja, dann eben … Weißrusse …“
Thiel: „Auch nicht.“
Wellershoff: „Georgier …“
Thiel: „Falsch.“
Wellershoff: „Moldawier …“
Thiel: „Wollen Sie einen Telefonjoker oder das Publikum fragen?“
Ein Dankeschön an cricri_72.

Der „Akte X“-Moment:
Boerne:
„Haben Sie sich eigentlich jemals gefragt, warum in der Inventarliste aus der Haussuchung Kotten, Calmund Brosch, ein Meißel Größe 3 aus dem Werkzeugschuppen fehlt?“
Thiel: „Inventarlisten von fehlenden Gegenständen gibt es nicht. Wir sind hier keine Akte X-Polizei.“
Boerne:
„Warum rufen Sie an?“
Thiel: „Wegen eines Meißels Größe 3. Der war der Spurensicherung aufgefallen, weil er in der Küchenschublade lag, statt bei seinen Meißelbrüdern 1 bis 10.“
Nochmals Dank an cricri_72.

Der Schneewittchen-Moment:
Alberich singt, kurz bevor Boerne ihr sagt, dass sie die weiteren Ermittlungen führen muss, das Lied der Zwerge aus Walt Disney's „Schneewittchen“ (1937): „Heiho, heiho, wir sind vergnügt und froh.“
Dank an athos1234.


6. Eine Leiche zuviel

Der „Star Wars“-Moment:
Boerne: „Die Macht sei mit Ihnen, Thiel.“
Dank an Farfie (farfarello88).

Lateinischer Schriftzug „Nimis deus maximus“ = „Allzu größter Gott“ im Hintergrund, als Frau Dr. Hanke ein Interview gibt.
Von
athos1234 als Anspielung darauf erkannt, dass Frau Dr. Hanke
a) für Durchbrüche in der Krebsbekämpfung ausgezeichnet werden soll,
b) mit Menschen, von denen sie glaubt, sie stünden unter ihr oder könnten ihr das Wasser nicht reichen, tatsächlich sehr unnett umgeht, und
c) sich am Ende dahingehend äußert, daß die Menschen am Mittelmaß zugrunde gehen würden.



7. Der Frauenflüsterer

Dank für alles an cricri_72.

Boerne: „Frau Wirtin hat auch einen Rappen, der konnte nurmehr rückwärts trabben - da ritt sie ihn verkehrt herum ...“
„Wirtinnenvers“: mutmaßlich eine der ca. 800 hinzugedichteten zotigen Strophen des eigentlich 6-strophigen Volkslieds „Es steht ein Wirtshaus an der Lahn“.
Original: http://www.volksliederarchiv.de/text1416.html

Boerne (beim Anblick des Hengstes Rasputin): „Ra-Ra-Rasputin, lover of the Russian queen...“
(Song: Boney M. - Rasputin; 1978)

Thiel (zum Damentrio): „Die drei von der Tankstelle“
(Titel eines deutschen Spielfilms von 1930 mit Lilian Harvey, Willy Fritsch, Oskar Karlweis und Heinz Rühmann; Remake 1955)

Staatsanwältin Klemm (über das Damentrio): „Der Club der Teufelinnen“
(Filmtitel, USA 1996)

Hintergrundmusik zur Schlägerei in der Dorfschenke:
Nino de Angelo - Jenseits von Eden (1984; geschrieben von Drafi Deutscher)

Thiel (zur Klemm): „Danke, Frau Schwarzer!“
(Bezugnahme auf die Feministin Alice Schwarzer)

Boerne: „Hüte dich vor Frauen von vorne, Pferden von hinten und Schmeichlern von allen Seiten.“
(Verballhornung eines Sprichworts)

Boerne: „Mit den Worten des regierenden Bürgermeisters von Berlin – und das ist auch gut so!“
(Bezugnahme auf Klaus Wowereits Outing „Ich bin schwul – und das ist auch gut so“ aus dem Jahr 2001)

Nadeshda zu Thiel, nachdem der Koch in Röttgers Restaurant die beiden ziemlich unfreundlich aus der Küche geworfen hat: „Was ist denn mit dem los?“
Thiel: „Vielleicht hat ihm ein Mops ein Ei gestohlen?“
Bezieht sich auf den Text des Liedes „Ein Mops kam in die Küche und stahl dem Koch ein Ei.“; siehe http://www.volkslieder-songarchiv.de/text_akkorde.php?lied=ein_mops_kam_in_die_kueche


8. Der doppelte Lott

Thiel stimmt im „Kalinka“ „Sehnsucht heißt ein altes Lied der Taiga“ an.
Das Lied „Sehnsucht“ stammt im Original von Alexandra (1968).

Thiel singt „Money makes the world go round“, ein Zitat aus dem Lied „Money, Money“ aus der Verfilmung des Musicals „Cabaret“ (1972).

Frau Klemm: „Böse Menschen haben keine Lieder“
Teil des Zitats „Wo man singt, da laß' dich ruhig nieder, / böse Menschen haben keine Lieder“, das dem deutschen Schriftsteller und Dichter Johann Gottfried Seume (1763-1810) zugeordnet wird. In einer Strophe seines Gedichts „Die Gesänge“ (1804) heißt es:
„Wo man singet, lass dich ruhig nieder,
Ohne Furcht, was man im Lande glaubt;
Wo man singet, wird kein Mensch beraubt;
Bösewichter haben keine Lieder.“

Ein Dank für die drei Hinweise an cricri_72.


12. Satisfaktion

„Tradition besteht nicht in der Aufbewahrung der Asche, sondern im Weitertragen des Feuers.“(sollen u.a. Thomas Morus, Benjamin Franklin und Gustav Mahler gesagt haben)
von Boerne und Thiel verballhornt zu:
Boerne: „Tradition besteht nicht in der Aufbewahrung der Asche...“
Thiel: „...sondern im Weiterreichen der Streichhölzer.“


13. Krumme Hunde

Rummel erklärt, warum er sich mittwochs mit seiner außerehelichen Freundin Schauer trifft.
Rummel: „Mittwochs hat meine Frau ihren Französischkurs.“
Thiel (singt): „Immer wieder mittwochs kommt die Erinnerung...“
Original: Cindy & Bert - Immer wieder sonntags (1973)

Thiel findet eine Wanze im Flugzeug von Rummel.
Thiel (singt): „Auf der Mauer auf der Lauer sitzt 'ne kleine ... [Wanze]“

Thiel (zu Frau Schauer): „Ende einer Dienstfahrt.“
Titel einer Erzählung (1966) von Heinrich Böll.

Der „Casablanca“-Moment:
Die Schlussszene mit Thiel und Boerne auf dem Flugplatz zitiert die Schlussszene aus „Casablanca“.
Boerne: „Ich glaube, das ist der Beginn... [einer wunderbaren Freundschaft]“
Thiel: „Nö.“
Boerne: „Was?“
Thiel: „Ich glaube, das ist das Ende.“

Wieder einmal Dank für alle Trivia an cricri_72.


16. Tempelräuber

Thiel auf die Bitte seines Vaters, wegen der Versicherung in den Polizeibericht zu schreiben, dass sein Taxi abgeschlossen gewesen sei:
„Ich arbeite bei der Polizei und nicht bei Wünsch Dir was“
(Bezugnahme auf eine Spieleshow, die von 1969 bis 1972 im ZDF lief).
Auch hier wieder Dank an cricri_72.


17. Der Fluch der Mumie

Den Briefen zufolge, die Silke Haller an Lechner ins Gefängnis geschrieben hat, wohnt sie im „Rheingoldweg“. Rheingold ist der erste Teil der Opern-Tetralogie „Der Ring des Nibelungen“ von Richard Wagner, in dem auch der Zwerg Alberich vorkommt, nach dem Boerne Silke Haller benannt hat.
Dank an maracotdeep und cricri_72 fürs Weitersagen.

Die Hintergrundmusik in der Szene, in der Thiel in die Autowaschanlage gerät, ist „Car Wash“, das Thema der gleichnamigen Musikkomödie (1976).
Dank an cricri_72.

Boerne zu Dr. Wilfried Kastner über die Mumie, die angeblich ein persischer Prinz war: „Zum Glück ist unser kleiner Prinz ja privatversichert.“
Eine Anspielung auf „Der kleine Prinz“ (1943) von Antoine de Saint-Exupéry.
Dank an cricri_72.


19. Herrenabend

Der „Sendung mit der Maus“-Moment:

Nadeshda: Und was machen wir jetzt damit?
Thiel: Na was machen wir denn damit, Nadeshda? Hm?

Das da nennt man Beweismaterial. Das wird von der Polizei gesichtet. Klingt komisch, is' aber so.

Nadeshda: Und wie soll das gehen? Sie kriegen doch nicht mal alleine Ihre Steuererklärung hin. Und ich, ja ich bin auch nicht gerade eine Spezialistin, was Wirtschaftskriminalität angeht.
Thiel: Ich auch nicht. Aber die da [Leonie Krassnik]...

Dank wiederum an cricri fürs Entdecken und Farfie (farfarello88) fürs Zitieren.


23. Summ, summ, summ

„Casablanca“-Moment, der zweite (nach „Krumme Hunde“):
Boerne (zu König): „Ich glaube, dies ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.“


24. Die chinesische Prinzessin

Comic relief bei Thiels Ankunft am Tatort Leichenhalle, als er in diverse Fettnäpfchen tappt, ohne es zu wissen, und ausgerechnet mit den Worten „Ja, red' ich denn Chinesisch?“ fordert, aufgeklärt zu werden.
Wieder mal Dank an cricri_72.

Anspielung auf 15 minutes of fame („15 Minuten Ruhm für jedermann“) durch Thiel gegenüber Museumskurator Jürgen Martin: der hätte ihnen „gestern den Andy Warhol gemacht“.
Der Ausspruch stammt ursprünglich von dem Medienphiliosophen Marshall McLuhan und wurde durch den Künstler Andy Warhol bekannt gemacht.

Thiel: „Was denn noch? FBI? CDU? GEZ? Ist das hier Versteckte Kamera? Verstehen Sie Spaß?“


26. Mord ist die beste Medizin

Boernes Loriot-Moment: „Die Arbeit ohne mich ist möglich, aber sinnlos.“
Bei Loriot heißt es: „Das Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos.“
Dank an baggeli.


28. Schwanensee

Der „Casablanca“-Moment, II:
Die Schlussszene mit Thiel und Boerne auf der Bank an der Treppe zitiert nach „Krumme Hunde“ wieder die Schlussszene aus „Casablanca“.
Thiel: „Na das wird ja bestimmt der Beginn einer ... w-underbaren … [Freundschaft]“ Thiel niest.
Boerne (sarkastisch): „Erkältung.“


29. Ein Fuß kommt selten allein

Mehrfache Anspielungen (zuerst von Thiel, später von Boerne) auf „Wissen macht Ah!“, eine Wissenssendung des WDR, die sich vorwiegend an Kinder richtet.
Tags: tatort: münster
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